Probenahme in Trinkwasser-Installationen

Die Entnahme der Trinkwasserproben darf nur durch für die Trinkwasseruntersuchung akkreditierte Labore erfolgen. Diese Labore werden auf Listen der zuständigen obersten Landesbehörden bekannt gemacht. Externe Probenehmer müssen grundsätzlich vertraglich an das Labor gebunden sein, um in das Qualitätssicherungssystem des Labors eingebunden zu sein (siehe ISO 17025 und Erläuterungen dazu in DAkkS 71 SD 4 0119). 
Die -> Festlegung geeigneter Probenahmestellen in der Trinkwasser-Installation hat durch hygienisch/technisch kompetente Sachverständige zu erfolgen.

Die Probennahme erfolgt im Routinebetrieb der Trinkwasser-Installation (normaler Betriebszustand), d.h. es darf weder vorher gespült noch hochgeheizt werden, um das Ergebnis der Analyse zu beeinflussen und es soll auch nicht in leerstehenden Wohnungen beprobt werden. Die Proben an allen geforderten Probennahmestellen sind am gleichen Kalendertag zu entnehmen.

Wer entnimmt Trinkwasserproben?

Eine geregelte Schulung, Schulungsnachweise und Prüfung der Kompetenz des für die Probenahme verantwortlichen Personals (Probenehmerschulung) sind notwendig und müssen dokumentiert werden. Eine Zertifizierung des Probenehmers allein genügt jedoch noch nicht den Anforderungen der Trinkwasserverordnung, da eine Befangenheit des Probenehmers ausgeschlossen sein muss.Risiko Legionellen hp

Die Verantwortung für die Durchführung der Probenahme und den Probentransport (Präanalytik) verbleibt ausschließlich bei der Laborleitung des akkreditierten Labors. Der Laborleiter haftet dafür, dass hinsichtlich der Unabhängigkeit der Durchführung der Probenahme im Sinne der DIN EN ISO/IEC 17025 keine Zweifel aufkommen können.

Der Auftrag zur Trinkwasseruntersuchung muss daher immer direkt an das Labor erteilt werden, das dann geeignete Probenehmer entsendet. Der Auftrag zur Trinkwasseruntersuchung oder Probenahme darf niemals an Installateure oder Dienstleister erteilt werden, solche Proben sind unzulässig.
In verschiedenen Fällen wurden Untersuchungsergebnisse angezweifelt, weil der Probenehmer gleichzeitig der beauftragte Installateur war. Es wurden in diesem Zusammenhang dann Vorwürfe erhoben, die Legionellen entweder aus einer anderen Quelle eingeschleust zu haben, um einen Sanierungsauftrag zu erhalten (unzulässiges Vertriebsinteresse) bzw. durch die Probenahme das Untersuchungsergebnis derart verfälscht zu haben, dass etwaige technische Mängel in der Anlage unentdeckt geblieben sind (Verschleierung).

 

Kontakt

Arnd Bürschgens
durch die Handwerkskammer Mannheim
öffentlich bestellter und vereidigter
Sachverständiger für Trinkwasserhygiene
im Installateur- und Heizungsbauerhandwerk

Bahnhofstr. 2 - Villa Angelrain
74746 Höpfingen

Tel.: +49 6283 303 09 03
Fax: +49 6283 303 99 25

Mobil: +49 174 3262656
buerschgens@wissen-fuer-wasser.de

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